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Sehr geehrte Frau Heiligenstadt,

den Entwurf des neuen Schulgesetzes haben wir seitens des Schulelternrates des Lessing-Gymnasiums Uelzen mit Erschrecken zur Kenntnis genommen. Aus unserer Sicht stellt insbesondere die Absicht,  die Gesamtschule als ersetzende Schulform zu definieren, einen „Angriff“ auf die klassischen Gymnasien dar und kann seitens der Schulelternvertreter so nicht akzeptiert werden. Wir fordern Sie daher auf, die nach intensiver Diskussion herausgearbeiteten nachfolgenden Punkte in Ihrem weiteren Handeln zu berücksichtigen und den Entwurf entsprechend anzupassen:

1.       Gesamtschulen als ersetzende Schulform zu definieren stellt ein Signal zugunsten der Gesamtschule dar, weil man im Einzelfall bereit ist, das klassische Gymnasium aufzugeben.

2.       Die Abschaffung einer Laufbahnempfehlung führt mittelbar zu einer Einheitsschule, weil jeder Schüler leichter jede Schule besuchen kann, ohne bestimmte Voraussetzungen erfüllen zu müssen. Damit wird indirekt suggeriert, dass jeder, unabhängig vom Leistungsvermögen, zur Hochschulreife geführt werden kann.

3.       Der daraus folgende schleichende Prozess zunehmender Heterogenität an den Gymnasien schwächt mittelfristig die Leistungsfähigkeit der Gymnasien, die eigentlich  Schüler auf internationalem Niveau zur Hochschulreife führen sollen. Genau das muss das Ziel der Gymnasien sein, denn sonst wäre die Umstellung auf das international vergleichbare Bachelor- und Mastersystem sinnlos gewesen.

4.       Daher fordern wir, die Gymnasien in ihrer eigentlichen Aufgabe zu stärken. Gerade wenn das Gymnasium weiter geöffnet  werden soll, wogegen wir uns nicht aussprechen, können wir nur bei weiterer Förderung im personellen und finanziellen Bereich unsere Aufgabe ohne Qualitätseinschränkungen erfüllen.

5.       Es wäre fatal, wenn die niedersächsischen Gymnasien im nationalen Ranking weiter zurück fielen. Das würde Niedersachsen nicht attraktiver machen!

6.       Lehrer, die zum Abitur führen, brauchen eine entsprechende Qualifikation, d.h. insbesondere eine fachspezifisch intensivere Ausbildung als Lehrer anderer Schulen! Aus eigener Erfahrung ist bei allen Schulwechslern, die von einer Oberschule mit einer Gymnasialempfehlung kommen oder von einer Gesamtschule zum Gymnasium wechseln, ein deutliches Lerndefizit festzustellen. In der Praxis zeigt sich, dass das Ausbildungsniveau an Gesamtschulen nicht vergleichbar ist mit dem an Gymnasien. Aus dem Grund sind Gesamtschulen u.E.  eine sinnvolle Ergänzung aber nicht ein Ersatz für ein Gymnasium. Zudem zeigen auch Studien, dass Absolventen von Gesamtschulen überproportional häufiger ein Studium abbrechen, als Absolventen klassischer Gymnasien.

7.       Um im nationalen Vergleich aber bestehen zu können, müssen wir an einer hohen Qualitätssicherung interessiert sein. Wenn wir einen lernzieldifferenzierten bzw. einen entwicklungsorientierten Unterricht wollen, so ist die Umsetzung nur mit einem deutlich höheren Personalstand ohne Qualitätseinbuße möglich!

8.       Im Ergebnis ist das Bekenntnis zu  „einer Schule für alle“ eine klare Entscheidung gegen das Gymnasium, sofern das Gymnasium bei dieser politischen Zielrichtung nicht klar gestärkt wird.

9.       Das Lessing-Gymnasium Uelzen argumentiert aus Erfahrung!  Wir haben Inklusionserfahrung und sind offen für dieses Konzept. Doch wir wissen  aufgrund eigener Erfahrung  auch, wieviel Personal durch dieses Konzept gebunden wird. Nur mit einem deutlich höheren Personalstand wäre allen Interessen Rechnung zu tragen.

10.   Konterkariert wird dieses Konzept zusätzlich noch durch die Unterrichtsmehrbelastung für Gymnasiallehrer. Es ist das Ziel am Lessing-Gymnasium Uelzen, auch zukünftig zur allgemeinen Hochschulreife auf hohem nationalem Niveau hinzuführen. Das wird nach dem bis jetzt erkennbaren politischen Konzept zukünftig sehr schwer, wahrscheinlich sogar unmöglich werden, sofern wir nicht bei den zunehmenden Anforderungen auch eine zunehmende personelle und finanzielle Stärkung erfahren.


SER Lessing-Gymnasium Uelzen